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In Europa ist seit zwei Jahrzehnten ein Trend erkennbar, demzufolge immer mehr Staaten von einer Wehrpflicht- zu einer Freiwilligenarmee übergehen. Von 43 europäischen Staaten haben mittlerweile weit mehr als die Hälfte das Wehrmodell einer Freiwilligenarmee gewählt. Im EU-Raum vollzogen bereits mehr als 20 Staaten diesen Wandel und mit Schweden hat am 1. Juli 2010 erstmals ein neutrales/allianzfreies EU-Mitglied die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt.
Auch der Bundesrat weist im Sicherheitspolitischen Bericht 2010 auf die Notwendigkeit von Änderungen am Schweizer Wehrsystem hin. Dabei macht er zwar deutlich, dass er an der Wehrpflicht und dem Milizprinzip festhalten will. Im Zuge der Weiterentwicklung der Armee zielt er aber auf eine Modernisierung und Flexibilisierung der Milizarmee hin. So soll das Dienstpflicht- und Ausbildungsmodell überprüft und angepasst sowie der Gesamtbestand der Armee verkleinert werden. Trotz dem unveränderten Festhalten des Bundesrates an der Wehrpflicht hat vor dem Hintergrund der im Januar 2012 eingereichten Volksinitiative zur Aufhebung der Wehrpflicht aber auch in der Schweiz eine Grundsatzdiskussion über das Wehrmodell eingesetzt.
Das vorliegende Dossier bietet einen Überblick über diese Diskussionen und die unterschiedlichen Standpunkte und Vorschläge, die in den vergangenen Jahren diskutiert wurden. Sie finden hier eine Zusammenstellung relevanter Forschungspublikationen des Center for Security Studies sowie unserer Partnerinstitutionen, eine Auswahl von Artikeln aus dem NZZ-Archiv seit dem Jahr 2000, offizielle Dokumente des Bundes sowie Positionspapiere von Schweizer Parteien und Organisationen. Ausserdem geben wir Ihnen einen Überblick über die aktuellen Wehrformen in Europa.
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