EU-Mitgliedschaft, Krisenmanagement und Territorialverteidigung
Die finnische Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Wandel
Autor(en): Anna Locher
Herausgeber: Andreas Wenger, Victor Mauer, Daniel Trachsler
In: Bulletin 2010 zur schweizerischen Sicherheitspolitik
Serie: Bulletin zur schweizerischen Sicherheitspolitik
Seiten: 27–53
Verlag(e): Center for Security Studies (CSS), ETH Zürich
Publikationsjahr: 2010
Publikationsort: Zürich
Der vorliegende Artikel untersucht den Stand der finnischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik in historischer Perspektive. Seit dem Ende des Kalten Krieges hat sich die finnische Sicherheits- und Verteidigungspolitik stark gewandelt. Die EU-Mitgliedschaft sowie eine beträchtliche Annäherung an die Nato haben das traditionelle Uno-Engagement Finnlands ergänzt. Sie sind Ausdruck einer intensivierten Kooperationsstrategie, die sich auch in der finnischen Beteiligung am internationalen Krisenmanagement niederschlägt. Prägend für das Sicherheitsverständnis Finnlands bleiben im Kontrast dazu auch die historische Erfahrung, die unmittelbare Nachbarschaft zu Russland und die geostrategische Lage im Nordosten Europas. Das resultierende Spannungsfeld zwischen institutionalisierter Kooperationsstrategie und autonomer Verteidigung wird durch das flexible Instrument der Bündnisfreiheit sowie die Modernisierung der Streitkräfte abgemildert.