Die Schweiz in der Uno
Mittendrin statt nur dabei
Autor(en): Daniel Trachsler
Herausgeber: Andreas Wenger, Victor Mauer, Daniel Trachsler
In: Bulletin 2010 zur schweizerischen Sicherheitspolitik
Serie: Bulletin zur schweizerischen Sicherheitspolitik
Seiten: 121–156
Verlag(e): Center for Security Studies (CSS), ETH Zürich
Publikationsjahr: 2010
Publikationsort: Zürich
Der Übergang vom Sonderfall zum Normalfall innerhalb der Uno ist der Schweiz gelungen: Seit acht Jahren ist sie vollwertiges Mitglied der Vereinten Nationen. In der Organisation positioniert sie sich ausserhalb der Machtblöcke, verfolgt eine flexible, transregional ausgerichtete Kooperationsstrategie und sieht sich als Brückenbauerin zwischen verschiedenen Gruppierungen. Die bisherigen Resultate dieser Politik sind ermutigend, wie die Rolle der Schweiz bei der Reform des Sicherheitsrats oder bei der Gründung des Menschenrechtsrats zeigt. Diese Beispiele sind Beweis für die Handlungsfähigkeit der Eidgenossenschaft innerhalb der Uno. Gleichzeitig ist die gewählte Strategie mit Einschränkungen verbunden: Während die Schweiz durch ihr Fernbleiben von Machtblöcken an Handlungsspielraum gewinnt, büsst sie dadurch im gruppendominierten Entscheidungsfindungsprozess innerhalb der Uno an Einfluss ein. Ihr Engagement und ihre substantiellen finanziellen Beiträge haben der Schweiz in der Uno grosse Anerkennung verschafft. Ob die Schweiz dies zur Lancierung einer Sicherheitsratskandidatur nutzen will, hängt vom innenpolitischen Entscheid über diese Frage ab. Eine Mitgliedschaft im Sicherheitsrat ist prüfenswert, aber keine aussenpolitische Schicksalsfrage.